Der Boden – das wichtigste Kapital der Wälder
Wer an Wald denkt, sieht meist Bäume, Kronen, Holzvorräte und Zuwächse. Doch das eigentliche Fundament des Waldes liegt tiefer. Rund 59 % aller weltweit vorkommenden Arten leben neuen Studien zufolge im Boden – und dennoch erhalten sie deutlich weniger Aufmerksamkeit als alles, was oberirdisch wächst. Was man nicht sieht, wird oft nicht wahrgenommen. Dabei ist der Waldboden ein hochkomplexes, lebendiges System.
Von Bakterien, Pilzen und Algen über Nematoden, Milben und Springschwänze bis hin zu Regenwürmern, Käfern und Spinnen reicht die Bandbreite der Bodenlebewesen. In einer Handvoll Walderde befinden sich mehr Lebewesen, als es Menschen auf der Erde gibt. Ein gesunder Waldboden von nur 1 m2 Fläche und 30 cm Tiefe kann Billionen Bakterien, hunderttausende Milben und Fadenwürmer sowie zahlreiche Insektenlarven, Regenwürmer und Schnecken beherbergen. Diese Organismen sind keine Nebensache – sie sind die Motoren des Nährstoffkreislaufs und Grundlage der Bodenfruchtbarkeit. Ohne gesunden Boden kein gesunder Wald. Der Waldboden ist das wichtigste Kapital der Forstwirtschaft. Er stellt Wasser und Nährstoffe bereit, speichert Kohlenstoff, schützt vor Erosion, puffert Klimaextreme ab und ermöglicht Humusbildung. Bemerkenswert ist, dass im Boden etwa genauso viel Kohlenstoff gespeichert ist wie im Holz der Waldbäume.
Von Bakterien, Pilzen und Algen über Nematoden, Milben und Springschwänze bis hin zu Regenwürmern, Käfern und Spinnen reicht die Bandbreite der Bodenlebewesen. In einer Handvoll Walderde befinden sich mehr Lebewesen, als es Menschen auf der Erde gibt. Ein gesunder Waldboden von nur 1 m2 Fläche und 30 cm Tiefe kann Billionen Bakterien, hunderttausende Milben und Fadenwürmer sowie zahlreiche Insektenlarven, Regenwürmer und Schnecken beherbergen. Diese Organismen sind keine Nebensache – sie sind die Motoren des Nährstoffkreislaufs und Grundlage der Bodenfruchtbarkeit. Ohne gesunden Boden kein gesunder Wald. Der Waldboden ist das wichtigste Kapital der Forstwirtschaft. Er stellt Wasser und Nährstoffe bereit, speichert Kohlenstoff, schützt vor Erosion, puffert Klimaextreme ab und ermöglicht Humusbildung. Bemerkenswert ist, dass im Boden etwa genauso viel Kohlenstoff gespeichert ist wie im Holz der Waldbäume.
Technikeinsatz, Bodenschutz
Das Bewusstsein für die Wichtigkeit des Waldbodens ist bei den Waldbesitzerinnen und Waldbesitzern vorhanden. In der praktischen Bewirtschaftung stehen diesem Anliegen teilweise ökonomisch angespannte Rahmenbedingungen, Bewirtschaftungsmethoden und zeitliche Engpässe gegenüber. Heute prägen moderne Technologien wie Traktoren, Harvester und Seilkräne die Holzernte und sind für eine effiziente Bewirtschaftung vieler Wälder unverzichtbar. Jedoch kann der Einsatz schwerer Maschinen, insbesondere von Harvester und Forwarder, bei ungünstigen Witterungsverhältnissen zu Bodenverdichtungen führen. Daher sollte die Befahrung bei ungünstigen Boden- und Witterungsverhältnissen, sprich wassergesättigten Böden, so gut es geht, vermieden werden. Besonders kritisch ist flächiges Befahren mit Maschinen, dies sollte unbedingt auf die Rückegassen beschränkt sein. Verdichtete Böden verlieren Porenraum, Wasser staut sich, Wurzeln können nicht mehr in die Tiefe wachsen, und Bodenlebewesen werden massiv geschädigt. Untersuchungen zeigen, dass sich Bodenfauna und -struktur oft erst nach Jahrzehnten wieder erholen.
Streurechen vs. Biomasseentzug
Ein Blick in die Geschichte zeigt, dass Streurechen früher vielfach durchgeführt wurde. Dabei wurde das Streu (vornehmlich Laubstreu) arbeitsintensiv mit dem Rechen gewonnen und meist als Einstreu in der Viehhaltung verwendet. Dadurch wurden je nach Intensität der Nährstoffkreislauf gestört und der Boden degradiert. Die höchsten Nährstoffkonzentrationen der Baumbiomasse sind nämlich im Reisig sowie in Nadeln und Blättern gespeichert, während das Holz vergleichsweise nährstoffarm ist. Daher wird die vollständige Nutzung der Biomasse (sämtliches Astmaterial) kritisch gesehen. Speziell auf schlechteren Standorten führt die vollständige Biomassenutzung zu einem erheblichen Nährstoffentzug und sollte daher, wo möglich, unbedingt unterlassen werden. Was kurzfristig wirtschaftlich erscheint, kann langfristig zu Ertragseinbußen, erhöhter Anfälligkeit der Bestände und einer Bodenverschlechterung führen.
Boden schützen und fördern
Eine nachhaltige Forstwirtschaft muss den Waldboden konsequent schützen. Zentrale Grundsätze sind
Nicht jeder eingesparte Euro in der Holzernte rechnet sich langfristig. Verdichtete und degradierte Böden verursachen oft Jahrzehnte später, dann aber umso gravierendere Folgekosten. Wir sollten uns bewusst sein, dass nachhaltige Forstwirtschaft nicht am Stamm beginnt, sondern unter den Füßen.
- Verzicht auf flächiges Befahren: Der Waldboden darf nicht beliebig befahren werden.
- Befahrung ausschließlich auf dauerhaft angelegten Rückegassen.
- Große Rückegassenabstände: je größer der Abstand, desto geringer die beanspruchte Fläche.
- Beachtung der Bodentragfähigkeit: Holzernte mit schwerem Gerät nur bei geeigneten Boden- und Witterungsverhältnissen.
- Laub, Nadeln und Feinreisig sind essenziell für Humusaufbau und Nährstoffkreisläufe und sollten, wo möglich, im Wald verbleiben.
- Förderung von Mischbaumarten.
- kleinflächige Nutzungen.
- Totholz belassen: Wo möglich und verzichtbar, kann Totholz im Bestand verbleiben und somit als Nährstoffquelle, Wasserspeicher und Lebensraum dienen.
Nicht jeder eingesparte Euro in der Holzernte rechnet sich langfristig. Verdichtete und degradierte Böden verursachen oft Jahrzehnte später, dann aber umso gravierendere Folgekosten. Wir sollten uns bewusst sein, dass nachhaltige Forstwirtschaft nicht am Stamm beginnt, sondern unter den Füßen.
Info: Broschüre Gesunde Waldböden – Grundlagen einer klimafitten Waldbewirtschaftung, www.bmluk.gv.at