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Gefährlicher Schädling in Aufforstungen

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18.03.2026 | von Fö. Michael Kopp

Der Große Braune Rüsselkäfer ist ein Schädling in Jungkulturen und Neuaufforstungen. Besonders gefährdet sind großflächige Nadelholzaufforstungen nach Schadereignissen.

Käfer.jpg © stock.adobe.com
© stock.adobe.com
Der Große Braune Rüsselkäfer gehört zur Familie der Rüsselkäfer und zur Unterfamilie der Langrüssler. Sein lateinischer Name lautet Hylobius abietis. Erkennen kann man den Großen Braunen Rüsselkäfer an seinem charakteristischen Rüssel, welcher eine leichte Biegung und zwei Längsfurchen aufweist, in welche die Antennen eingeklappt werden können. Die Fühler sind weit vor der Mitte des Rüssels angesetzt. Das Nackenschild verjüngt sich zum Rüssel hin deutlich und weist einen sogenannten Kiel (eine deutlich erkennbare Kerbe) auf. Die Flügeldeckel sind breiter als das Nackenschild und zeigen parallel verlaufende Punktreihen sowie helle goldbraune Querbänder. Insgesamt erscheint der Käfer bräunlich, wie es bereits sein Name verrät. Der Große Braune Rüsselkäfer erreicht eine Größe von 8 bis 14 mm.

Schwärmzeiten

Er kommt hauptsächlich in nadelholzgeprägten Waldgebieten vor. Dort kann er im Kulturalter der Bestände durch seinen Reifungs- und Regenerationsfraß die Rinde der Pflanzen schwerstens beschädigen, was zu sehr hohen Ausfällen führen kann. Des Weiteren wird er, im Gegensatz zu anderen Käfern, mehrere Jahre alt. Er schwärmt von Ende April bis Anfang September. Die sogenannte „erste Fraßwelle“ erfolgt meist von Mai bis Juni, die zweite Fraßwelle von August bis September. Außerdem können über den Sommer Fraßspuren an den Wurzelanläufen frischer Stöcke auftreten. Diese Fraßspuren sind ein Hinweis auf die erfolgte Eiablage – dies wird auch als Eiablageperiode bezeichnet. Dieser Larvenfraß dauert in der Regel zwischen 13 und 15 Monate, wobei dieser keine wirtschaftlichen Schäden zur Folge hat. Im ersten Jahr überwintern die Larven im Boden, im zweiten Jahr überwiegend in der Bodenstreu. Am stärksten befallen werden junge Fichten, Kiefern und Lärchen, welche kurz nach einem großflächigen Schadereignis oder einem zuvor erfolgten Kahlschlag aufgeforstet wurden. Der Befall kommt jedoch auch an der Strobe, Tanne und Eiche vor.

Aufgrund seiner Verbreitung, von den Tallagen bis hin ins Gebirge, ist er einer der gefährlich­sten Forstschädlinge. Wie bereits angeführt, sind vor allem frische Aufforstungen nach Kahlschlägen sehr gefährdet, da hierbei eine sogenannte „örtliche Ko­inzidenz“ eintritt. Hauptsächlich werden Fichten und Kiefern im Alter von drei bis sechs Jahren an der sogenannten „Tag-und-Nacht-Zone“ befallen.

Bekämpfung

Eine der effektivsten und natürlichsten Bekämpfungsmaßnahmen gegen den Großen Braunen Rüsselkäfer ist das Vermeiden von Kahlschlägen, da der Befall von Schlagflächen durch den Großen Braunen Rüsselkäfer auch als Geißel der Kahlschlagwirtschaft bezeichnet wird. Wenn ein Kahlschlag aufgrund von Schadereignissen nicht vermieden werden kann, empfiehlt es sich, eine dreijährige Schlagruhe einzuhalten. Dabei ist jedoch zu beachten, dass, wenn die Kahlfläche zum Beispiel aufgrund eines Borken­käferbefalls entstanden ist, in den darauffolgenden Jahren weitere Bäume gefällt werden müssen und so wieder frische Stöcke entstehen, die Schlagruhe wieder von neuem beginnt.

Eine weitere natürliche Methode ist das Auslegen von Fangrinden. Fangrinden sind mindestens 20 × 30 cm große Rindenstücke, welche bei der Holzernte von den Stämmen gelöst und dann einmal in der Mitte gefaltet werden. Danach muss die Fangrinde nur noch mittels eines Steines beschwert und mit einem Stock markiert werden. Diese Fangrinde sollte dann laufend kontrolliert werden. Wenn man drei Käfer pro Falle und Woche hat, kann man von einem geringen Druck bzw. einer geringen Gefährdung durch den Großen Braunen Rüsselkäfer ausgehen. Die Rinden für die Fallen müssen frisch sein und sind dann, je nach Witterung, zwei bis vier Wochen fängisch. Pro ha sollten ca. sechs bis zehn solcher Fangrinden ausgebracht werden.
Bei einem akuten Befall gibt es auch die Möglichkeit, die bereits versetzten Pflanzen mittels einer Rückenspritze und eines Insektizids, welches vom BFW zugelassen ist, zu besprühen.
Eine andere chemische Möglichkeit ist die Verwendung bereits „getauchter“ Pflanzen. Hierbei werden die Pflanzen vor dem Ausliefern von der Baumschule in ein Insektizid getaucht und sind somit gegen den Rüsselkäfer geschützt.

 
Info: Die aktuellen Insektiziden gegen den Großen Braunen Rüsselkäfer, die derzeit vom BFW zugelassen sind finden Sie hier.

Links zum Thema

  • Insektizide gegen den Großen Braunen Rüsselkäfer
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